Wie ich die Freude am Schreiben wiederfand
- 14. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Oder: Warum ich mich entschied, wieder zu schreiben… und trotzdem noch nicht wirklich angefangen habe
Uff … es ist eine ganze Weile her, seit ich geschrieben habe. Das denke ich mir als ich in meiner kleinen, gemütlichen Wohnzimmer in Karlsruhe sitze. Das neue Jahr ist zwei Wochen alt, und in diesen ersten kostbaren Tagen von 2026 hat sich für mich schon einiges verändert.
Kennst du dieses Gefühl kurz vor einem Neuanfang? Wie bei dem Beginn einer neuen Liebe oder einem aufregenden Abenteuer? Man spürt tief im Inneren, dass etwas Großes bevorsteht. Genau so habe ich mich kurz vor Silvester gefühlt.
Neues Jahr, neuer Anfang
Es war keine Melancholie und auch nicht diese wehmütige Nostalgie, die ich sonst oft zum Jahresende verspüre. 2025 war seltsam – und hat mir trotzdem wichtige Lektionen beigebracht. Es war ein Jahr voller Richtungswechsel, neuer Ideen, Pläne, die nicht so liefen wie gedacht, und ich habe mit ein paar meiner eigenen Dämonen gerungen, die ich eigentlich schon hinter mir geglaubt hatte. Irgendwie, so erkannte ich, hängt ja doch alles miteinander zusammen und erklärt sich gegenseitig. Am Ende zählt, was man daraus macht.

Aber warum erzähle ich das? Warum hole ich so weit aus, um zu erklären, warum ich wieder anfangen will zu schreiben?
Wenn Schreiben plötzlich zur Pflicht wird
Beim Schreiben meines zweiten Buches habe ich mich selbst ziemlich unter Druck gesetzt. Ich habe mich in meine Pläne gedrängt, in meine eigenen Erwartungen und in die Umsetzung des Handwerks.
Druck kann gut sein. Manchmal hilft er, Ängste zu überwinden, selbstgebaute Grenzen im Kopf zu sprengen und die Komfortzone zu verlassen. So entstehen doch auch die schönsten Diamanten, oder?
Blöd nur, dass ich bei all diesem Drücken und Pressen den Kontakt zu dem verloren habe, was ich seit meiner Jugend liebe und wofür ich brenne: das Schreiben.
Träume dürfen sich Zeit lassen
Es ist mein Traum, Schriftstellerin zu werden. Am liebsten würde ich all die Bücher und Geschichten schreiben, die in meinem Kopf herumschwirren. Jetzt. Sofort!
Ich dachte immer, wenn ich nur genug Zeit hätte, könnte ich mir endlich den langersehnten Erfolg erarbeiten. Stellt sich heraus: Das konnte ich nicht – zumindest letztes Jahr nicht.
Vielleicht war einfach nicht die richtige Zeit. Vielleicht lag es an mir und ich musste mich erst um andere Dinge kümmern. Fakt ist: Bei all dem Pushen – den frühen Morgenstunden im Tages-Job, damit ich abends schreiben konnte, und den gefühlt tausend Content-Ideen für Instagram, Newsletter oder meine Website (von denen übrigens kaum eine das Licht der Welt erblickt hat) – ging der Spaß verloren.
Schreiben wurde zu diesem nervigen Tab im Browser, der immer offen ist und im Hintergrund Energie zieht. :(
Mein sanfter Weg zurück zum Schreiben
So sollte das nicht sein!
Der Tag, an dem ich mir das eingestanden habe, war eine Erleichterung. Ich sagte mir, dass ich den Stift (na ja … eher den Laptop und mein Word-Dokument) schon irgendwann wieder in die Hand nehmen würde.

Es hat vier Monate gedauert, und für diese schreibfreie Zeit bin ich dankbar. Es tat gut, mein schlechtes Gewissen loszulassen und mir selbst zu erlauben zu atmen.
Und, wie ich geahnt hatte, kam die Stimmung zurück. Erst war es nur ein kleines Gefühl – ein Gedanke an mein zweites und drittes Buchprojekt. Diese Gedanken wurden gegen Ende 2025 und zu Beginn von 2026 häufiger – und trotzdem habe ich nicht angefangen zu schreiben.
Eigentlich schreibe ich immer noch nicht. Aber ich spüre, dass ich dem Punkt näher komme, an dem ich mich nicht mehr zurückhalten kann. Ich loslegen werde.
Ich spiele gerade mit diesem leichten, unbeschwerten Gefühl. Das ist der Anfang von etwas Schönem und Neuem, und ich bin froh, dass ich mir die Zeit gegeben habe, das wieder zu fühlen.
Das hier ist eine Erinnerung daran, dass eine Pause kein Rückschritt ist, kein Verlust, kein Stillstand. Manchmal hilft sie zu sehen, was die ganze Zeit da war. Es ist ein so großes Geschenk, diese Schönheit wieder zu spüren.



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