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Schreibheft

Wandern auf Madeira: 5 Tipps für unvergessliche Touren

  • 10. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Madeira galt lange als Rentnerparadies und diesen ersten Eindruck gewann ich zunächst auch, als ich den Flieger stieg. Doch die portugiesische Atlantikinsel hat sich gemausert und zieht heute Wanderer jeden Alters in den Bann. Von mystischen Levada-Pfaden bis hin zu atemberaubenden Bergwanderungen bietet die "Insel des ewigen Frühlings" viele Outdoor-Erlebnisse.


Sonnenaufgang auf Madeira, Pico Arieiro
Magischer Sonnenaufgang auf dem Pico do Arieiro.

In diesem Artikel verrate ich dir 5 Tipps fürs Wandern auf Madeira – von der perfekten Vorbereitung bis zu kulinarischen Geheimtipps, die deinen Trip unvergesslich machen.


1. Entdecke die magischen Levada-Wanderungen


Neben klassischen Bergwanderwegen hat Madeira etwas ganz Besonderes zu bieten: die sogenannten Levadas. Diese führen entlang künstlich angelegter Wasserstraßen, die vor seit Jahrtausenden zur Bewässerung der wasserärmerer Regionen der Insel gebaut wurden.


Wasserfall an der Bica do Cana
Auf der Wanderung Bica do Cana entdeckst du viele Wasserfälle.

Was macht Levada-Wanderungen so besonders?


Die schmalen Pfade schlängeln sich durch das Inland, teilweise vorbei an tosenden Wasserfällen und durch dunkle Tunnel. Dabei wanderst du meist auf ebenem Terrain.


Ich bin, unter anderem, die Levadas Nova und Moinho gelaufen. Das Coole: Diese beiden Levadas lassen sich zu einem Rundweg kombinieren. Insgesamt läuft man 8,7 km in etwas weniger als 3 Stunden.




Wichtiger Tipp: Prüfe vor jeder Tour die aktuellen Sperrungen online! Levadas und andere offizielle Wanderwege können aufgrund von Wartungsarbeiten oder Wetterschäden temporär geschlossen sein.


2. Meistere die Straßen Madeiras


"Die Handbremse ist dein bester Freund!"


Diesen Satz wirst du nach deinem ersten Tag auf Madeira verstehen. Die Insel ist gespickt mit extrem steilen Straßen, die selbst erfahrene Autofahrer ins Schwitzen bringen. Wer sich damit nicht wohl fühlt, sollte das Mieten eines Wagens überdenken. Es gibt einige Taxi-Services, die mit Secret Spots locken und dabei deutlich geübter im Fahren der steilen Strecken und Kurven sind.


Bunte Gassen in Funchal
Eine entspannte Seitengasse in Funchal.

Das Parkplatz-Dilemma


Parkplätze an beliebten Wanderstartpunkten oder Stränden sind oft Mangelware. Wie auch beim Rest des Verkehrs habe ich mich irgendwann an den Locals, und ihrer teilweise sehr freien Interpretation von geeigneten Stellplätzen, orientiert.


Ohne eigenen Wagen ans Ziel kommen?


Lokale Busse bringen dich ans Ziel, doch nicht an jedes. An dieser Stelle bieten sich wieder Taxi-Services an.


Der Vorteil: Du kannst Wanderungen mit unterschiedlichen Start- und Endpunkten begehen. So sparst du dir den Stress der steilen Straßen, kannst die Fahrt genießen und lernst durch gesprächige lokale Shuttle-Fahrer noch einige Side-Facts über die Insel.





3. Die Sache mit dem Wetter


Madeira ist für sein wechselhaftes Wetter bekannt und kann so manche Wanderpläne durcheinanderbringen. So erlebte ich den Sonnenaufgang auf Pico do Arieiro in meiner ersten Woche über den Wolken und in magischen Farben. In der darauffolgenden Woche erwartete mich ein bewölkter Himmel mit einem plötzlichen Schneeeinfall! Beides einmalige Erinnerungen, aber auf ihre eigene Art.



Deswegen ist es wichtig, das Wetter am besten stündlich im Blick zu behalten.


Warum ist das Wetter so wechselhaft?


Während es auf der einen Seite der Insel regnet, scheint woanders die Sonne. Die Berge teilen die Insel in verschiedene Klimazonen, wodurch sich das Wetter innerhalb weniger Kilometer drastisch ändern kann.


Regenbogen auf Maderia an der Ostküste
Das beste aus beiden Welten: Regenbögen kann man dank der Wechselhaftigkeit des Wetters häufig finden.

Meine Wetter-Strategie:

  • Lokale Wetter-Apps runtergebrochen auf die entsprechenden Regionen checken

  • Plan B und C in der Hinterhand bereithalten

  • Regenjacke für alle Fälle einpacken

  • Gewisse Wanderrouten sind ohnehin matschig und verschlimmern die Rutschgefahr durch Regenfälle erheblich. Diese sollten zur eigenen Sicherheit vermieden werden!


4. Erlebe den Blumenrausch im Mai


Das alljährliche, traditionelle Blumenfest zieht nicht umsonst Touristen aus aller Welt auf die Insel. Auch die Locals schwärmen vom Mai als schönste Zeit des Jahres.


Warum ist der Mai so besonders?

Die gesamte Insel explodiert förmlich in einem Farbenrausch. Viele exotische Pflanzen können sich im anhaltend mildem Klima voll entfalten. Wanderwege werden so zum Blumenparadies.



Was dich im Mai erwartet:

  • Die Hauptstadt Funchal feiert mit Paraden und Blumenschmuck

  • Wanderwege sind von Blütenpracht umringt

  • Es herrschen angenehme Temperaturen für längere Touren

  • Traumhafte Fotomotive finden sich an jeder Ecke


Wichtig: Der Mai ist auch Hochsaison. Buche Unterkünfte früh und starte Wanderungen zeitig am Morgen (oder später am Nachmittag), um den Massen zu entgehen.


5. Probiere dich durch Madeiras kulinarische Schätze


Portugal ist bekannt für seine Pastéis de Nata, aber kennst du auch die Queijada da Madeira? Diese süßen Käseküchlein sind ein Muss für jeden Madeira-Besucher! Und wusstest du, dass die Insel jährlich mehr als 250.000 Tonnen Bananen exportiert?


Bananenpflanze
Bananenpflanzen findest du vor allem auf der südlichen Seite der Insel.

Als leckere Snacks:

  • Frische Bananen und exotische Früchte bei kleinen Obsthändlern

  • Energy-Boost durch lokale getrocknete Früchte

  • Eine Flasche Brisa Maracujá (super leckere Madeirische Passionsfrucht-Limo)


Erfrischungsgetränk am Strand
Mein Lieblingsgetränk: Brisa Maracujá

Nach der Wanderung:

  • Gegrillter Fisch in lokalen Restaurants. Degenfisch (Scabbard oder auch bekannt als Espada) mit Banane – klingt seltsam, schmeckt aber echt gut!

  • Poncha – Madeiras Nationalgetränk – in gemütlichen Bars

  • Für alle Knoblauch-Fans gibt es auch das Knoblauchbrot Bolo do Caco




Bonus-Tipps für deine Madeira-Wanderungen


Ausrüstung, die du brauchst:

  • Trittsichere Wanderschuhe (rutschfeste Sohle!)

  • Regenjacke und bei Bedarf auch eine Regenhose

  • Stirnlampe für Levada-Tunnel

  • Wasserdichte Tasche für Handy und Kamera

  • Ausreichend Wasser und Snacks


Sicherheit geht vor:

  • Informiere dich über Schwierigkeitsgrade!

  • Wandere lieber nicht allein auf unbekannten Routen

  • Respektiere Sperrungen und Warnhinweise


Mein ehrliches Fazit zum Wandern auf Madeira


Madeira ist ein Wanderparadies, das jeden Outdoor-Fan begeistern wird. Neben Wanderungen kannst du dich als Besucher auch mit Canyoning, Surfen oder Kanufahren beschäftigen. Die einzigartige Kombination aus spektakulären Levadas, vielfältigen Landschaften und kulinarischen Genüssen macht die Insel zu einem unvergesslichen Reiseziel.


Aber die Insel ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Täglich anlegende Kreuzfahrtschiffe und gut besuchte Wanderrouten können die Idylle trüben.


Mein Rat: Starte früh und entdecke auch die weniger bekannten (offiziellen) Pfade.


Frau mit dem Rücken zur Kamera schaut auf das Meer
Wer den Aufstieg schafft, wird definitiv belohnt.


Warst du schon mal auf Madeira wandern? 

Verrate mir in den Kommentaren deine besten Tipps und Lieblings-Wanderrouten! Und falls du noch Fragen hast, dann schreib sie gerne dazu.

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