top of page
Schreibheft

5 Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich mein erstes Buch geschrieben habe

  • 10. Okt. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Mein erstes Buch Der Fall ins Blaue ist mittlerweile erschienen – aber der Weg dahin war alles andere als gerade. Zwischen chaotischen Notizen, Selbstzweifeln und endlosen Überarbeitungen habe ich viel gelernt. Dinge, die ich mir selbst gerne am Anfang gesagt hätte – und die dir vielleicht helfen, wenn du gerade an deinem ersten Buch schreibst.


Hier sind meine fünf wichtigsten Learnings.


  1. Chaos ist erlaubt

Meine über mehrere Medien verteiltes Notizbuch war ein einziges Durcheinander. Am Anfang war ich mir unsicher was das Thema Plan angeht. Ich wollte doch einfach nur loslegen und Schreiben. Je mehr ich zu Papier brachte, desto mehr merkte ich jedoch, dass eine gewisse Planung von Vorteil ist. Sei es die konkrete Steckbrief-Beschreibung der Charaktere, was sie erreichen wollen und eine generelle Timeline.


Es ist also eine Roadmap, eine Art Nordstern, den ich mir für jeden Geschichte überlege, damit ich weiß, wo die Reise hingeht. Gleichzeitig merkte ich, dass manche Figuren irgendwann ein Eigenleben entwickelten und mich auf ungeplante Umwege mitnahmen. Dass Alvar aus meinem Debütroman “Der Fall ins Blaue” eine so große Entwicklung hinlegt war bei weitem nicht so geplant! Aber je mehr ich ihn kennenlernte, desto mehr verstecktes Potential entdeckte ich ihn ihm und ich konnte es nicht nicht hinauslassen. “Detours” wie diese sind es, die Geschichten spannender und lebendiger machen.


Plane so viel, dass du Orientierung hast, aber lass Raum für Überraschungen. Das Chaos gehört zum Prozess.


  1. Dein erster Entwurf darf schlecht sein

Der erste Draft.
Rot, rot & noch mehr rot in meinem ersten Draft!

Warum haben wir so oft die höchsten Ansprüche an uns selbst, wenn wir etwas Neues angehen? Es mag seltsam klingen, aber in meinen Augen ist es völlig okay, sich beim ersten Draft die Hände über den Kopf zusammen zu schlagen und sich zu fragen, was man in diesem Moment eigentlich gedacht hat. Und zu wissen, dass der erste Entwurf schlecht sein darf, ist eine so große Erleichterung!

Mein erster Draft war messy: ich saß vor den ausgedruckten Seiten und markierte Passage nach Passage rot, strich Plot Holes, überstrapazierte Begriffe und platte Beschreibungen an. In anderen Worten: ich nahm das Werk an dem ich so lang gesessen bin, komplett auseinander. Aber ohne diesen unfertigen Rohbau gäbe es “Der Fall ins Blaue” heute nicht.


Warum wir nicht direkt mit dem Anspruch an die Sache gehen sollte, dass sie absolut fehlerlos sein soll? Weil Perfektion Kreativität killt. Einer der besten Tipps, die ich je bekommen habe: Schreib einfach runter, was in deinem Kopf ist – egal wie unperfekt es wirkt. Überarbeiten kannst du später immer noch.


  1. Geduld ist dein bester Freund

Perfektion killt Kreativität, aber manchmal hilft nicht mal die entspannteste Einstellung beim Schreiben. Ich habe akzeptiert, dass es Tage gibt, da fließen 20 Seiten in einem Rutsch, während ich mich an anderen Tagen durch einen Satz und zahlreiche Anpassungswünsche quäle. Das ist normal.


Was ich gelernt habe: Der Frust über „schlechte“ Tage macht es nur schlimmer. Woher die Schreibblockade rührt, mag in den Momenten nicht ganz deutlich sein, klar ist jedoch, dass sie nicht besser wird, wenn man sich unter Druck setzt. Gerade jetzt, mit einem festen Vollzeitjob bin ich sehr lieb zu mir geworden und danke mir, dass ich mich entschieden habe, mich überhaupt an meinen Schreibtisch gesetzt habe. Ob nun zum Drüberlesen, zum Schreiben oder Recherchieren.

Geduld üben.
Als Autorin übe ich mich in Geduld - vor allem mit mir selbst.

Kleine Schritte bringen dich genauso ans Ziel wie große Sprünge.

Was mir bei Schreibblockaden hilft, dass behandle ich in einem anderen Beitrag.


  1. Feedback ist ein Geschenk

Feedback ist ein Geschenk.
Feedback von außen machte mich besser.

Vor Der Fall ins Blaue wussten vielleicht zwei Handvoll Menschen, dass ich an einem Buch schreibe. Warum? Weil ich wahnsinnige Angst vor Kritik und der Meinung anderer über mein Hobby hatte. Ich war ja selbst noch unsicher - wollte ich da von einer außenstehenden Person wissen, dass sie meine Text nicht gut fand?


Als ein mehrfach überarbeiteter Draft stand, mit dem ich doch auch zufrieden war, ließ ich es dann doch zu. Meine Großmutter, mein Bruder und meine Mutter waren die ersten Personen, die “Der Fall ins Blaue” lasen. Sie alle gaben mir Feedback, dass ich in mein Manuskript einbauen konnte, wodurch ich wirklich verstand: Kritik ist kein Angriff auf mich als Person, sondern ein Werkzeug. Sie zeigt mir, wo ich wachsen kann. Respektvolles Feedback bedeutet, dass jemand Zeit und Gedanken in mein Werk investiert hat, um mich weiterzubringen. Heute bin ich dafür dankbar.


Trenne dein Ego vom Text. Hör zu, nimm auf, entscheide für dich, was du davon annimmst – das liegt schließlich immer noch an dir.


  1. Fertig werden ist härter als anfangen

Anfangen ist leicht: eine neue Idee, frische Motivation und großen Ambitionen. Diese tragen dich gut durch bis zu 80 Prozent der Arbeit. Aber die letzten 20 Prozent? Die sind brutal. Plötzlich wird jeder Satz hinterfragt, jeder Absatz fühlt sich unvollständig an. Und sollte ich in Kapitel 14 nicht noch einen neuen Charakter einbauen, um die Handlung undurchschaubarer zu gestalten?

Ich denke, es ist der Gedanke, das Ziel so greifbar nahe vor sich zu haben, was einen ins Straucheln bringt: die Torschusspanik. Und in diesen Momenten kann man nichts anderes tun als sich durchzubeißen und dem Papier zu geben, was man hat. Der Moment, in dem ich das letzte Kapitel, die letzten Seiten und Worte von Der Fall ins Blaue beendet habe, war unbezahlbar. Nichts kommt an dieses Gefühl heran: eine Mischung aus Unglauben und unfassbarem Stolz.


Es ist ein langer Weg bis zum Ende.
Durchatmen & dranbleiben, bis es heißt: The End.

Lass dich von Perfektionismus, Druck und Torschusspanik nicht stoppen. Beende dein erstes Buch – überarbeiten kannst du alles noch. Aber du kannst nur überarbeiten, was überhaupt existiert.


Fazit: Dranbleiben lohnt sich

Schreiben ist ein Prozess – voller Höhen und Tiefen. Mein Weg war chaotisch, unperfekt und manchmal richtig frustrierend. Aber genau diese Momente haben mich wachsen lassen.

Kommentare


Nichts verpassen - Newsletteranmeldung!

© 2024 Elisabeth Schröder. Erstellt mit Wix.com

bottom of page